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Microblogging und Barrierefreiheit (3) – Welche Twitter-Clients und Apps nutzen eigentlich blinde Twitterer?

13. März 2010 von Kerstin Probiesch in: Barrierefreiheit, microblogging, Twitter

Der Microblogging-Dienst Twitter ist leider an vielen Stellen nicht besonders barrierefrei. Nicht alle Funktionen sind mit der Tastatur bedienbar. Beispielsweise ist es auf der Twitter-Seite selbst nicht möglich als Tastaturbenutzer Tweets zu favorisieren, jemandem zu antworten oder einen Tweet erneut zu senden. Dennis Lembree hat zwar mit Accessible Twitter eine barrierefreie webbasierte Twitter-Oberfläche geschaffen, die – wie man an den Tweets sieht – anscheinend gerne frequentiert wird. Aber was ist mit Clients und Apps? Welche sind tastaturbedienbar, welche sind auch für blinde Nutzer zugänglich? Vor einigen Monaten hat es sich noch nicht gelohnt, diese Frage zu stellen. Inzwischen gibt es jedoch einige blinde Microblogger.

Natürlich gehört zur Barrierefreiheit mehr. Es geht auch darum, dass sehende Tastaturbenutzer microbloggen können und natürlich, dass die entsprechenden Clients und Apps eine Schriftvergrößerung bieten. Dennoch zunächst meine Frage, die hier so in die Runde werfe: Welche Twitter-Clients und Apps verwendet Ihr als Screenreader-Nutzer und warum? Welche sind die besten? Vielleicht mag der ein oder andere entweder hier im Kommentarbereich oder über Twitter antworten? Antworten über Twitter würde ich dann hier einfügen.

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9 Reaktionen zu “Microblogging und Barrierefreiheit (3) – Welche Twitter-Clients und Apps nutzen eigentlich blinde Twitterer?”

  1. Marco Zehe

    Unter Windows nutze ich Twitter nur selten, wenn es sich gerade ergibt. Und dann entweder AccessibleTwitter oder die einfache Twitter-Oberfläche. Auf dem Mac nutze ich Syrinx von http://www.mrrsoftware.com, welcher komplett tastaturbedienbar ist und mit VoiceOver sehr gut zusammenarbeitet. Twitterrific geht ebenso gut sowohl mit VoiceOver als auch Tastatur, ich vermisse aber Features wie Retweets verfassen o. ä. Auf dem iPhone nutze ich Echofon for Twitter. Komplett mit VoiceOver bedienbar.

  2. Anne-Kathrin

    Ich nutze Twitter nicht mobil und ausschließlich unter Mac und das ausschließlich unterTweetDeck.
    Dies hat aber mehr einen Bequemlichkeitseffekt.
    Das Web Interface fand ich von Beginn an ich vollkommen unzureichend, also musste was Anderes her. Ich habe TweetDeck ausprobiert, es funktionierte und es wird komfortabler.
    Da ich im Moment einfach nicht die Zeit habe, täglich etwas Neues zu finden, bin ich froh um alles, was einfach seinen Job macht ;-)
    Glücklicherweise bin ich nicht in der Situation, mir über Barrieren wirklich Gedanken machen zu müssen, ehrlichgesagt bediene ich es nicht mal mit Shortcuts sondern nur mit der Maus.

  3. Nur ein Blog

    Blinde Twitterer…

    Kleiner Hinweis. Kerstin Probiesch sucht blinde Twitterer die über ihre Erfahrungen mit unterschiedlichen Clients berichten.

    Mir selbst ist nur der Accessible Twitter bekannt. Über diese Website erhält man eine recht umfangreich ausgestattete Onl…

  4. Fritz Weisshart

    Mc Twitt.
    Ein accessibler Twitter Client, der so radikal auf die Bedürfnisse und Möglichkeiten blinder User / Benutzer von Screen Readern ausgerichtet ist, dass “Augenmenschen” ihn kaum nutzen können. Ich jedenfalls bin kläglich daran gescheitert. Aber ich kenne eine blinde Twitterin, die mit Mc Twitt schneller und effektiver ihre Timeline scannt, als ich mir je vorstellen könnte.

  5. Eva Papst

    Ich nutze als PC-Client McTwit, das es in seiner neuesten Version unter dem Namen TwInbox auch als Add-on für MicrosoftOutlook gibt.

    McTwit hat sich für mich als die schnellste Möglichkeit entpuppt, genau nur das zu lesen, was ich lesen möchte, ist aber für nicht blinde Nutzer absolut nicht zu empfehlen!

  6. Jan Eric Hellbusch

    Ich habe lange nach einer Desktop-Anwendung gesucht und bin bei Mc Twitt gelandet. Für Sehende ist die Anwendung eine “Herausforderung”, aber die Tastenkombinationen und Textbeschreibungen sind gut; die Oberfläche könnte freilich anders gestaltet werden. M.E. ist die Barrierefreiheit der Anwendung sehr gut. Mir fehlen nur wenige Funktionen, etwa eine “shorten URL”-Funktion.

    Die Online-Dienste fand ich alle suboptimal, meist weil zu viel navigiert werden muss (ein tastaturspezifisches Problem).

  7. domingos

    Es gibt einen einfachen Web, man kann mit den TwitterTools den TwitterAccount in das WordPress-Blog einbinden. Dann kann man direkt über das eigene Blog einen Tweet absetzen. Ansonsten kenne ich auch nur accessible Twitter. Identi.ca wäre eine alternative Micro-Blogging-Plattform, habe ich noch nicht getestet. Ciao

  8. Kerstin Probiesch

    Vielen Dank für die interessanten Antworten. Sind ja doch ein paar Clients und Apps zusammengekommen.

  9. Stan Lüder

    Ich habe auch schon viel ausprobiert und favorisiere einige der hier genannten. Wenn es mal schnell und zwischendurch was zu berichten gibt, dann ist Accessible Twitter mein Freund. Unter Windows nutze ich den Qwitter Client, den es jetzt in der Version 4 gibt. Dieser spricht entweder die API des unterstützten Screennreaders (JAWS, Window-Eyes und NVDA) an und wird komplett über Kurztasten bedient. So ist es möglich, direkt von überall her, wo man in Windows gerade ist, zu tweeten. Auf meinen Mac Mini kommt – genau wie bei Marco – Syrinx zum einsatz. Auf den iPhone 3GS nutze ich Echofon in der Pro-Version.